Energie für eine saubere Zukunft.

Durch das Projekt Tarchon Interkonnektor entsteht eine direkte Stromverbindung zwischen dem Vereinigten Königreich (UK) und Deutschland (DE). Ziel ist es, die Energiemärkte beider Länder zu verbinden und die Sicherheit sowie Zuverlässigkeit ihrer elektrischen Systeme und der Energieversorgung zu stärken.

Aerial view of Europe, showing the geographical scope of the Tarchon interconnector project.
Offshore-Energieinfrastruktur und Kabelverlegeausrüstung bei Sonnenuntergang

Interkonnektoren verbinden Stromnetze über Ländergrenzen hinweg und ermöglichen den direkten Austausch von Energie.

Hohe Übertragungskapazität für eine verlässliche Versorgung in beide Richtungen

Entsteht in einem Land ein Überschuss, während in einem anderen ein erhöhter Bedarf besteht, kann Strom gezielt übertragen werden, um Versorgungslücken auszugleichen. Auf diese Weise trägt der Tarchon Interkonnektor dazu bei, Schwankungen in der regionalen und nationalen Stromerzeugung auszugleichen und die Stabilität der Energieversorgung insgesamt zu stärken.

Technisches Diagramm zur Darstellung der Tarchon-Verbindungsstrecke zwischen Großbritannien und Deutschland mit Angabe der Kapazitätsspezifikationen.

Der Tarchon Interkonnektor wurde ins Leben gerufen, um die Energiesicherheit zu stärken, die Zuverlässigkeit der Stromnetze zu erhöhen und den Übergang zu einem CO₂-armen Energiesystem in Europa zu unterstützen.

Der Tarchon Interkonnektor wird es ermöglichen, dass ca. 1,4 GW Strom in beide Richtungen zwischen Großbritannien und Deutschland fließen können.

Die Verbindungsleitung wird aus einer Kombination von Land- und Seekabeln mit einer Gesamtlänge von ca. 750 km bestehen.

Nach der Fertigstellung wird das Projekt Tarchon Interkonnektor eine der längsten Verbindungsleitungen der Welt sein.

Mit seiner Kapazität kann der Tarchon Interkonnektor zuverlässig rund 1,5 Millionen Haushalte mit Strom versorgen.

CIP Logo

Copenhagen Infrastructure Partners

Das Projekt Tarchon Interkonnektor wird von Copenhagen Infrastructure Partners (CIP) entwickelt. CIP ist ein international tätiger Infrastrukturinvestor mit Schwerpunkt auf erneuerbaren Energien und verfügt über umfassende Erfahrung in der Entwicklung und Finanzierung großer Energieprojekte. Das Unternehmen leistet einen bedeutsamen Beitrag zur Energiewende und zur langfristigen Sicherung einer nachhaltigen Energieversorgung.

Was ist der Tarchon Interkonnektor?

  • Interkonnektoren sind grenzüberschreitende Stromverbindungen, die die Stromnetze von zwei oder mehr Ländern direkt miteinander koppeln. Sie tragen wesentlich zur Stabilität der Stromversorgung bei, indem sie Angebot und Nachfrage über Ländergrenzen hinweg ausgleichen. Dadurch wird die Versorgungssicherheit erhöht und die Nutzung erneuerbarer Energien effizienter gestaltet.
  • Ein besonderer Vorteil von Interkonnektoren liegt in ihrer Flexibilität. Sie ermöglichen es, Lastspitzen ebenso wie zeitweise Stromüberschüsse auszugleichen und so Energieverluste zu vermeiden. Produziert ein Land vorübergehend mehr Strom als benötigt, kann dieser über Interkonnektoren in andere Länder übertragen werden. Umgekehrt lässt sich bei Engpässen kurzfristig Energie importieren.
  • Technisch bestehen Interkonnektoren aus Hochspannungsleitungen, die sowohl an Land als auch unter dem Meeresboden verlegt werden können. Für Verbindungen über größere Gewässer kommen in der Regel Hochspannungsgleichstrom-Seekabel zum Einsatz. Diese Technologie reduziert Übertragungsverluste über lange Distanzen. An den jeweiligen Endpunkten sorgen Konverterstationen dafür, dass der Strom aus dem nationalen Hochspannungswechselstromnetz in Gleichstrom für die Übertragung umgewandelt wird und anschließend wieder zurück.
  • Tarchon Interkonnektor umfasst sowohl Onshore- (Land) als auch Offshore- (See) Infrastruktur. Die Offshore-Projektelemente umfassen ca. 650 km Seekabel, die britische, niederländische und deutsche Gewässer durchqueren. Auf diese Weise wird eine direkte Hochleistungsstromverbindung zwischen zwei wichtigen europäischen Energiemärkten geschaffen.
  • In der UK wird der Tarchon Interkonnektor auf der Tendring-Halbinsel in Essex anlanden. Zwischen der UK und Deutschland durchquert der Tarchon Interkonnektor niederländische Hoheitsgewässer.
  • Auf deutscher Seite verläuft die Seekabeltrasse aus der niederländischen „Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ)” in die deutsche AWZ und weiter in das Küstenmeer. Für diesen Abschnitt nutzt das Projekt den „Langeoog Korridor“, der unter der Insel Langeoog hindurchführt und eine gebündelte sowie raumverträgliche Führung der Seekabel ermöglicht. Im Küstenmeer verlaufen die Kabel in Richtung Ostbense und Neuharlingersiel. Ab dem Anlandungspunkt wird das Vorhaben als Erdkabel bis zur Konverterstation bei Niederlangen geführt und von dort in den Netzverknüpfungspunkt, das Umspannwerk Niederlangen, eingebunden.
  • So entsteht eine durchgängige Verbindung von der Offshore Trasse bis zur landseitigen Netzanbindung, die technisch abgestimmt und räumlich integriert umgesetzt wird.
  • Der Tarchon Interkonnektor wird im Rahmen klar definierter europäischer und nationaler Regelwerke geplant und genehmigt. Als grenzüberschreitendes Energieinfrastrukturprojekt folgt das Vorhaben den Vorgaben der TEN E Verordnung der Europäischen Kommission, die einen einheitlichen rechtlichen Rahmen für Projekte von strategischer Bedeutung schafft.
  • Darüber hinaus ist Tarchon Interkonnektor als PMI anerkannt, da das Projekt einen wesentlichen Beitrag zur Vernetzung des deutschen Energiesystems mit dem europäischen Strommarkt sowie mit dem Vereinigten Königreich leistet. Diese Einordnung bildet die Grundlage für koordinierte Genehmigungsverfahren in den beteiligten Staaten und stellt sicher, dass Planung, Prüfung und Umsetzung transparent, abgestimmt und nach einheitlichen Standards erfolgen. Die Verfahrensleitung innerhalb der Länder obliegt den zuständigen Genehmigungsbehörden.