
Möchten Sie mehr über Tarchon erfahren?
Das Projekt
Das Tarchon Interkonnektor-Projekt wird eine direkte Stromverbindung zwischen dem Vereinigten Königreich (UK) und Deutschland (DE) durch die britische, niederländische (NL) und deutsche Nordsee schaffen. Die Verbindung ist so ausgelegt, dass Strom abhängig von der jeweiligen Bedarfslage in beide Richtungen übertragen werden kann. Auf diese Weise lassen sich Unterschiede zwischen Stromerzeugung und Stromverbrauch ausgleichen. Tarchon trägt damit dazu bei, regionale und nationale Erzeugungsschwankungen zu reduzieren, die Nutzung erneuerbarer Energien effizienter zu gestalten und die Energieversorgung im Vereinigten Königreich sowie in Deutschland langfristig zu stärken.
Die Umsetzung erfolgt als grenzüberschreitende Stromverbindung in Form eines Interkonnektors. Dabei handelt es sich um eine Stromverbindung, die nationale Stromnetze über Hochspannungsleitungen miteinander koppelt. Diese Leitungen können sowohl an Land als auch unter Wasser beziehungsweise unter dem Meeresboden verlaufen. Für lange Strecken über See kommt eine Hochspannungsgleichstrom-Seeleitung zum Einsatz, da sie eine verlustarme Übertragung großer Energiemengen über weite Distanzen ermöglicht.
Der Interkonnektor besteht aus einer Kombination von Land und Seekabeln mit einer Gesamtlänge von rund 750 Kilometern. Mit seiner geplanten Übertragungskapazität kann Tarchon rechnerisch den Strombedarf von bis zu 1,5 Millionen Haushalten decken und leistet damit einen substantiellen Beitrag zur europäischen Energieinfrastruktur.
Tarchon ist ein Projekt von gegenseitigem Interesse (PMI)
Das Projekt Tarchon Interkonnektor wurde von der Europäischen Kommission als „Project of Mutual Interest“ (PMI) anerkannt. PMIs sind grenzüberschreitende Energieinfrastrukturprojekte von besonderer Bedeutung, die insbesondere der Anbindung der Energiesysteme der Europäischen Union an das Vereinigte Königreich sowie der grenzüberschreitenden Vernetzung innerhalb Europas dienen. PMI-Projekte helfen, die von der EU definierten energiepolitischen und klimatischen Ziele zu erreichen: erschwingliche, sichere und nachhaltige Energie für alle Bürger und die langfristige Reduzierung von CO₂ in der Wirtschaft.
Die Einstufung als PMI erfolgt auf Grundlage der Verordnung (EU) 2022/869, die die Leitlinien für die transeuropäische Energieinfrastruktur im Rahmen der TEN E festlegt. Die derzeit gültige fünfte Unionsliste, auf der Tarchon als PMI geführt wird, wurde am 8. April 2024 als delegierte Verordnung (EU) 2024/1041 auf der Grundlage der neuen TEN-E-Verordnung veröffentlicht. PMIs und PCIs (Projects of Common Interest) werden gemeinsam in dieser Liste geführt, die alle zwei Jahre von der Europäischen Kommission durch einen delegierten Rechtsakt aktualisiert wird. Mehr erfahren über PMI/PCI
Tarchon erfüllt die zentralen Ziele der TEN-E-Politik. Es stärkt die Versorgungssicherheit, verbessert die grenzüberschreitende Integration erneuerbarer Energien und unterstützt die Reduzierung von CO₂ Emissionen. Gleichzeitig profitieren PMI-Projekte wie Tarchon von den beschleunigten Genehmigungsverfahren, die in der Verordnung vorgesehen sind und eine zügige Umsetzung ermöglichen – im Interesse einer klimafreundlichen und vernetzten Energiezukunft für Europa.


