Luftaufnahme von turbulenten Nordseewellen und weißer Brandung, die die niederländischen Küstengewässer symbolisieren, durch die das Tarchon-Verbindungskabel verlaufen wird.

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Zeitplan und Entwicklungsprozess

Die Umsetzung von Tarchon erfolgt in klar strukturierten, aufeinander aufbauenden Phasen. Diese reichen von der frühen Projektentwicklung über fachliche und umweltbezogene Untersuchungen sowie die Abstimmung mit den zuständigen Behörden bis hin zum Genehmigungsverfahren und der anschließenden Realisierung und Inbetriebnahme der Stromverbindung.

Übersicht über den landseitigen-Bau (Onshore)

Die spezifischen Anlandepunkte, unterirdischen Kabelkorridore und Konverterstationen werden derzeit erarbeitet. Auf Grundlage umweltfachlicher Untersuchungen und Kartierungen, die im Jahr 2026 durchgeführt werden, soll der Trassenverlauf innerhalb der vorgesehenen Korridore abschließend festgelegt werden. Um potenzielle Auswirkungen möglichst gering zu halten, orientieren sich die bislang erarbeiteten Trassenüberlegungen an Land an kurzen und räumlich verträglichen Verbindungen zwischen dem Netzverknüpfungspunkt und den möglichen Anlandepunkten.

Dabei fließen technische Machbarkeit, Umweltbelange und räumliche Verträglichkeit in die Bewertung ein.

Um den Kabelkorridor zu bauen, wird Tarchon überwiegend mechanische Bagger nutzen, sowie das Horizontalspülbohrverfahren (HDD – Horizontal Directional Drilling) zur Unterquerung sensibler Bereiche. Diese spezialisierte Technik ermöglicht es dem Projekt, physische Restriktionen und sensible Infrastrukturen wie Flüsse, Bahntrassen und Straßen zu queren und die Eingriffe in Umwelt und Umgebung so gering wie möglich zu halten.

In den vorgesehenen Konverterstationen in Deutschland und UK wird der Strom je nach Fließrichtung und Netzanforderungen von Hochspannungs-Wechselstrom (HVAC) in Hochspannungs-Gleichstrom (HGÜ/HVDC) umgewandelt und umgekehrt. Auf diese Weise wird eine bidirektionale Einspeisung in die nationalen Übertragungsnetze beider Länder ermöglicht. Die Konverterstationen bestehen aus mehreren technischen Gebäuden und Systemmodulen.

Übersicht über den Bau in der Nordsee und dem Wattenmeer (Offshore/Nearshore)

Der Trassenkorridor für das Unterwasser-HGÜ-Kabel des Tarchon Interconnectors wird derzeit festgelegt. Ziel ist eine technisch realisierbare, umweltverträgliche und raumplanerisch abgestimmte Trassenführung durch die ausschließlichen Wirtschaftszonen und Küstenmeere der beteiligten Staaten.

Der Offshore-Abschnitt quert die Nordsee und führt durch den sensiblen Bereich des niedersächsischen Wattenmeers an die Küste. Planung und Bauvorbereitung erfolgen unter Berücksichtigung hoher naturschutzfachlicher und genehmigungsrechtlicher Anforderungen.

In den britischen und niederländischen Gewässern werden potenzielle Trassenoptionen in enger Abstimmung mit zuständigen Stellen und relevanten Stakeholdern geprüft. Dabei werden bestehende Nutzungen, insbesondere Schifffahrt und Fischerei, berücksichtigt.

In Deutschland ist die Trasse durch die „Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ)“ im Flächenentwicklungsplan festgelegt. Für das Küstenmeer wurde ein raumverträglicher Korridor identifiziert; im Onshore-Bereich wird derzeit die Auswahl eines Vorzugskorridors vorbereitet. Die detaillierte Trassenplanung erfolgt nach dessen Festlegung.

Grundlage der weiteren Planung sind geophysikalische, geotechnische und geoelektrische Untersuchungen im Offshore-, Watt- und küstennahen Bereich. Ein konkreter Anlandungspunkt steht derzeit noch nicht fest und wird im weiteren Planungs- und Genehmigungsprozess bestimmt.